Die Segnitzer Brunnen

Die Wasserversorgung in Segnitz

Neben den privaten Hausbrunnen gab es in Segnitz früher drei öffentliche Dorfbrunnen: den „oberen Brunnen“ in der Kirchstraße, den „mittleren Brunnen“ vor dem Rathaus in der Rathausstraße und den „unteren Brunnen“ in der Linsengasse. Mit dem Bau des Schulhauses kam 1901 ein weiterer Brunnen vor der Schule hinzu.

1 Oberer Brunnen, Kirchstraße

2 Mittlerer Brunnen, Rathausstraße

3 Unterer Brunnen, Linsengasse

4 Brunnen am Schulhaus

Historische Flurkarte der Gemarkung Segnitz, Uraufnahme 1825, Ausschnitt/bearbeitet.
Quelle: Bayerische Vermessungsverwaltung/LDBV, Blatt NW 74-45.
Die Brunnen dienten der Trinkwasserversorgung des Ortes und wurden von Brunnenmeistern gepflegt. Zu deren Aufgaben gehörten unter anderem die Reinigung und Reparatur der Brunnen sowie ihre Enteisung im Winter.

Titelseite der fünfseitigen Brunnenmeisterrechnung aus dem Haushaltsjahr 1557/58:

„Register der Ehrsamen Martin Ahausens unnd Vallentin Frieß, als verordnete Prunnenmeister, von Bartholomei des 57 ten Jars bis herwiederumb auff Bartholomei des 58 ten Jars,und ist Martin Ahausen, dis Jar einnemer, unnd ausgaber gewest, wie hernachvolge.“

Im Gemeindearchiv Segnitz sind die Brunnenmeisterrechnungen seit 1549 nahezu vollständig überliefert.

Titelseite der fünfseitigen Brunnenmeisterrechnung aus dem Haushaltsjahr 1557/58:

„Register der Ehrsamen Martin Ahausens unnd Vallentin Frieß, als verordnete Prunnenmeister, von Bartholomei des 57 ten Jars bis herwiederumb auff Bartholomei des 58 ten Jars,und ist Martin Ahausen, dis Jar einnemer, unnd ausgaber gewest, wie hernachvolge.“

Im Gemeindearchiv Segnitz sind die Brunnenmeisterrechnungen seit 1549 nahezu vollständig überliefert.

Nachdem die Segnitzer Wasserversorgung 1953 an das Wasserwerk Marktbreit angeschlossen worden war, hatten die örtlichen Brunnen ausgedient und wurden zugeschüttet. Bei den Bauarbeiten im Zuge der Dorferneuerung kam der obere Ring des „mittleren Brunnens“ wieder zum Vorschein.

Im Jahr 2026 wurde an derselben Stelle erneut ein Brunnen errichtet, der nun allerdings mit Fernwasser gespeist wird.

Bereits 2025 wurde am Kirchplatz, in der Nähe des früheren „oberen Brunnens“, ein weiterer, aber künstlerisch gestalteter, Brunnen aufgestellt.

Nachdem die Segnitzer Wasserversorgung 1953 an das Wasserwerk Marktbreit angeschlossen worden war, hatten die örtlichen Brunnen ausgedient und wurden zugeschüttet. Bei den Bauarbeiten im Zuge der Dorferneuerung kam der obere Ring des „mittleren Brunnens“ wieder zum Vorschein.

Im Jahr 2026 wurde an derselben Stelle erneut ein Brunnen errichtet, der nun allerdings mit Fernwasser gespeist wird.

Bereits 2025 wurde am Kirchplatz, in der Nähe des früheren „oberen Brunnens“, ein weiterer, aber künstlerisch gestalteter, Brunnen aufgestellt.

Der mittlere Brunnen vor dem Rathaus in den 1930er Jahren

Der mittlere Brunnen vor dem Rathaus in den 1930er Jahren

Der „obere Brunnen“ – leider nur sehr schwach erkennbar in der Kirchstraße, der „untere Brunnen“ in der Linsengasse und der „Schulbrunnen“

Der „obere Brunnen“ – leider nur sehr schwach erkennbar in der Kirchstraße, der „untere Brunnen“ in der Linsengasse und der „Schulbrunnen“

Als man den Segnitzern endlich das Wasser reichen konnte

Seit mehr als 70 Jahren werden die Segnitzer Haushalte per Rohrleitungsnetz mit Trinkwasser versorgt. Am 17. Juli 1953 konnte der Wasserleitungsbau beendet und die Rohrleitung im Beisein von Landrat Oskar Schad und der Landtagsabgeordneten Ernst Rabenstein und Gottfried Eichelbrönner unter Druck gesetzt werden. Damit hatten die Dorfbrunnen endgültig ausgedient. Bürgermeister Konrad Schlegelmilch hatte bereits in einer „stark besuchten“ Bürgerversammlung im Februar 1953 den Gemeinderatsbeschluss über den Bau der Wasserleitung mit Anschluss an Marktbreit, die Finanzierung und den baldigen Baubeginn durch die Firma Ferum aus Dinkelscherben bekanntgegeben. Gleichzeitig wurde ein Wasserleitungsausschuss, bestehend aus mehreren Bürgern und einigen Gemeinderatsmitgliedern, gebildet.
Am 9. März 1953 fiel dann der Startschuss zum Bau der Wasserleitung, beziehungsweise zur Verlegung der Rohre. „Alle Arbeitslosen von Segnitz sind in Arbeit und neue Einstellungen erfolgen“ lobte der Marktbreiter Anzeiger das Engagement der Segnitzer und kündigte die erste Rate der Anschlussgebühren an. In Marktbreit musste durch den erhöhten Wasserverbrauch der Stadt und die künftige Wasserversorgung der Gemeinde Segnitz das im Jahr 1950 vergrößerte Wasserwerk um ein weiteres Pumpenaggregat erweitert werden. Der neueingebaute Pumpensatz konnte nun stündlich 120 Kubikmeter Wasser fördern. Das alte Pumpwerk aus dem Jahr 1913 schaffte gerade mal 33 Kubikmeter pro Stunde.
Die feierliche, aber „schlichte“ Übergabefeier, das Richtfest, fand im Anschluss an die Öffnung des Haupthahnes im Gasthaus Zum Schiff statt. Vorher begrüßte Bürgermeister Schlegelmilch die Gesamtgemeinde mit dem Ortspfarrer, dem Schulleiter, dem Gemeinderat und Wasserleitungsausschuss, Landrat Schad mit Gemahlin, Bürgermeister Adam Fuchs von Marktbreit, die Vertreter und Arbeiter der Firma Ferum und weitere Gäste vor dem festlich geschmückten Rathaus. Nach einem Rückblick auf den Brücken- und Wasserleitungsbau und zahlreichen Dankes- und Lobesworten zog man ins „Schiff“ wo die Feier „von Chören und humorvollen Gedichtvorträgen der Volksschule“ umrahmt wurde.

Vom „mittleren Brunnen“ ist nur noch der Brunnenstein vorhanden.

Seit 1987 bezieht Segnitz sein Trinkwasser von der Fernwasserversorgung Franken (FWF). Es stammt aus dem Wassergewinnungsgebiet Sulzfeld/Marktsteft und wird mit Wasser aus dem nordbayerischen Verbundsystem gemischt.
Mit der Wasserversorgung über das Wasserwerk Marktbreit ab 1953 hatten die Segnitzer Dorfbrunnen ausgedient.
Text: Norbert Bischoff
Bilder: Fritz Danner, Atelier Gundermann, Gemeindearchiv Segnitz A 863/02, Sammlung Norbert Bischoff

Seit mehr als 70 Jahren werden die Segnitzer Haushalte per Rohrleitungsnetz mit Trinkwasser versorgt. Am 17. Juli 1953 konnte der Wasserleitungsbau beendet und die Rohrleitung im Beisein von Landrat Oskar Schad und der Landtagsabgeordneten Ernst Rabenstein und Gottfried Eichelbrönner unter Druck gesetzt werden. Damit hatten die Dorfbrunnen endgültig ausgedient. Bürgermeister Konrad Schlegelmilch hatte bereits in einer „stark besuchten“ Bürgerversammlung im Februar 1953 den Gemeinderatsbeschluss über den Bau der Wasserleitung mit Anschluss an Marktbreit, die Finanzierung und den baldigen Baubeginn durch die Firma Ferum aus Dinkelscherben bekanntgegeben. Gleichzeitig wurde ein Wasserleitungsausschuss, bestehend aus mehreren Bürgern und einigen Gemeinderatsmitgliedern, gebildet.

Am 9. März 1953 fiel dann der Startschuss zum Bau der Wasserleitung, beziehungsweise zur Verlegung der Rohre. „Alle Arbeitslosen von Segnitz sind in Arbeit und neue Einstellungen erfolgen“ lobte der Marktbreiter Anzeiger das Engagement der Segnitzer und kündigte die erste Rate der Anschlussgebühren an. In Marktbreit musste durch den erhöhten Wasserverbrauch der Stadt und die künftige Wasserversorgung der Gemeinde Segnitz das im Jahr 1950 vergrößerte Wasserwerk um ein weiteres Pumpenaggregat erweitert werden. Der neueingebaute Pumpensatz konnte nun stündlich 120 Kubikmeter Wasser fördern. Das alte Pumpwerk aus dem Jahr 1913 schaffte gerade mal 33 Kubikmeter pro Stunde.

Die feierliche, aber „schlichte“ Übergabefeier, das Richtfest, fand im Anschluss an die Öffnung des Haupthahnes im Gasthaus Zum Schiff statt. Vorher begrüßte Bürgermeister Schlegelmilch die Gesamtgemeinde mit dem Ortspfarrer, dem Schulleiter, dem Gemeinderat und Wasserleitungsausschuss, Landrat Schad mit Gemahlin, Bürgermeister Adam Fuchs von Marktbreit, die Vertreter und Arbeiter der Firma Ferum und weitere Gäste vor dem festlich geschmückten Rathaus. Nach einem Rückblick auf den Brücken- und Wasserleitungsbau und zahlreichen Dankes- und Lobesworten zog man ins „Schiff“ wo die Feier „von Chören und humorvollen Gedichtvorträgen der Volksschule“ umrahmt wurde.

Seit 1987 bezieht Segnitz sein Trinkwasser von der Fernwasserversorgung Franken (FWF). Es stammt aus dem Wassergewinnungsgebiet Sulzfeld/Marktsteft und wird mit Wasser aus dem nordbayerischen Verbundsystem gemischt. Mit der Wasserversorgung über das Wasserwerk Marktbreit ab 1953 hatten die Segnitzer Dorfbrunnen ausgedient.

Vom „mittleren Brunnen“ ist nur noch der Brunnenstein vorhanden.

Die neuen Brunnen

Der neue Brunnen an historischer Stelle des „mittleren Brunnens“ in der Rathausstraße wird heute mit trinkbarem Fernwasser gespeist

Der „Kirchbrunnen“ gegenüber dem ehemaligen „oberen Dorfbrunnen“