Friedhof

Eines der bekanntesten fränkischen Baudenkmale ist das Segnitzer Friedhofsportal. Es wurde im Zuge der Friedhofsanlage im Jahr 1607 von Hans Kesenbrod gestiftet. In diesem Jahr starben 90 Personen an der Pest, so dass der Begräbnisplatz um die St. Martinskirche nicht mehr ausreichte. Somit war man gezwungen, wohl auch einer verbreiteten Sitte in protestantischen Orten folgend, die Toten wieder außer-halb des Dorfes zu bestatten. Rund 270 Gulden kostete das gesamte Werk, bestehend aus Portal, Giebel, Mauer, Arkade und Bahrhaus. Auf das Kesenbrodportal setzte man anschließend einen Renaissancegiebel, der die Wappen der damaligen Dorfherren, der Zobel von Giebelstadt und der Markgrafen von Ansbach sowie den Kirchenpatron St. Martin zeigt. Darunter befindet sich eine Schrifttafel, die das Baujahr und den Bauherrn nennt. Eine Mahnung an die Vergänglichkeit des Menschen bezieht sich auf ein darunterliegendes Skelett. Das Friedhofsportal zeigte bis 1956 sein ursprüngliches, aber bis dahin bereits sehr verwitterts Gesicht. Leider legte man bei der Nachahmung des Stifterwappens, genauso wie bei den Giebelbildern und beim Torbogen keinen allzu großen Wert auf Originaltreue. Eine bislang letzte, aber besser gelungene, Restaurierung des Friedhofstores fand in den Jahren 2007/08 statt.

Der Arkadengang hinter dem Portal enthält wertvolle Epitaphien und Freskenmalereien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Darunter findet sich auch mehrmals das Steinmetzzeichen von Hans Kesenbrod, aus dessen Werkstatt einige dieser Grabdenkmale stammen. Im Friedhof sind noch einige historische Grabmonumente, darunter das sogenannte „Essigdenkmal“, das an den Wein- und Essighändler Valentin Keerl erinnert, erhalten. Die Friedhofsarkaden und das ehemalige Bahrhäuschen wurden zuletzt im Zuge der Dorferneuerung in den Jahren 2016/17 renoviert.